Mittwoch, 10. Dezember 2008

Termin beim Facharzt

Puh, ja.....


ich hab da heute mal angerufen. Tja....
Einen Termin bekam ich am 03.02.09 um 15:45 Uhr. Okay, hab ich genommen und aufgelegt.

Ja...

Dann wurd mir komisch und irgendwie passte mir der Termin nicht. Das war noch so lange hin.

Ich rief ne halbe Stunde später noch mal an.

Eine andere Sprechstundenhilfe hatte ich am Telefon. Die war sehr nett. Hab ihr gesagt, das ich einen Termin Anfang Februar habe und das ich es bis dahin nicht wirklich schaffe. Den angegebenen Grund auf dieser Überweisung hab ich ihr vorgelesen. Darauf hin die nette Frau: "okay, ja ne, dann kann ich es verstehen!" Blätterte in ihrem Kalender und gab mir den 09.01.09 um 11:45 Uhr. Als ich ihr auch sagte, das es mein erster Termin ist und ich nicht so wirklich weiß was auf mich zu kommt, nahm sie sich die Zeit und erklärte mir den "Ablauf". Der erste Termin ist so zum kennen lernen, dann wird man mich aus dem "Verkehr" ziehen und ggf. Medikament/e verschreiben.

Kennen lernen: okay, verstehe ich, will ja auch quatschen.
Ausm Verkehr ziehen: ähm, nö!
Meduzin: hilfe, nein! Der Gedanke daran hat son komischen Beigeschmack.

Sorry, aber bei der ganzen Geschichte hab ich leider nur ein Bild im Kopf:

Bin ich jetzt total verrückt?

Kommentare:

  1. Gaub ich auch nicht. Mach dir mal keine Sorgen das wird schon wieder

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  2. Ach, ihr habt gut reden!

    Ich kenne so was nicht, ich hatte mit so was noch nie zu tun. Das ist alles neu für mich!

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  3. Ich bin "nur" ein Mann, und noch dazu psychisch sehr stabil, habe aber dank drei Ex-Freundinnen wahrlich ausreichend Erfahrung mit solchen Themen.

    Der Schritt zum Arzt ist schwer, aber wichtig. Bravo dafür. Die Erkenntnis, Hilfe zu brauchen, auch. Medikamente sind nicht schlimm, wenn die Dosis erstmal eingestellt ist. Sie helfen, die extremen Gemütsschwankungen in den Griff zu bekommen. Das muss einhergehen mit dem Versuch, die Schwankungen auch im realen Leben zu beeinflussen: Neue Dinge beginnen, die einem gut tun, negative Einflüsse langsam an die Seite drücken. Leicht gesagt, schwer getan, klar. Wichtigster Punkt in jeder Beziehung: Das Gefühl, wieder die Kontrolle zu haben. Fahrer, nicht Beifahrer des eigenen Lebens zu sein. Ansonsten hilft guter Sex, Schlittschuh laufen, viele Sitcoms, und mindestens einmal im Jahr ein Urlaub,wo es nur Sonne, aber keinen Stress gibt.

    Dieses Blog hier ist auch eine gute Idee.

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  4. Aaaalso...

    Zuerst mal sind Depressionen eine "Volkskrankheit". Unglaublich viele Menschen haben das mindestens ein Mal in ihrem Leben. Das ist kein Grund sich zu schämen.

    Depressionen sind KEINE Geisteskrankheit im eigentlichen Sinne.
    Es ist eine Krankheit, wie auch eine Grippe eine ist.

    Es gibt reaktive Depressionen, z.B. als Reaktion auf belastende Ereignisse.
    Dann gibt es Depressionen, die darauf zurückzuführen sind, dass bestimmte Hormone im Gehirn fehlen oder zu schnell abgebaut werden wie z.B. Serotonin oder Noradrenalin.
    Hier helfen dann die oft verteufelten Psychopharmaka.
    Auch hier gibt es unterschiedliche Medikamente.

    Flouxetin ist ein sogenannter Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.
    Der sorgt dafür, dass Serotonin im Gehirn nicht mehr so schnell abgebaut wird ( Laienhaft ausgedrückt, denn ich bin nun mal nur ein Laie).

    Wenn Du Dich in aller Ruhe informieren willst, versuch es mal damit...

    http://www.amazon.de/Depressionen-%C3%BCberwinden-aufgeben-G%C3%BCnter-Niklewski/dp/3937880992/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1228991731&sr=8-1

    Hmmm der Link ist ganz schön lang, ich hoffe das klappt.

    Ich hab mir dieses Buch auch geholt, als bei mir Depressionen diagnostiziert worden sind.
    Wenn Du mehr wissen möchtest, wie so eine "Erstbahndlung" bei mir abgelaufen ist oder so kannst Du mich gerne persönlich anschreiben.

    Allerdings will ich Dir dann fairerweise vorher sagen, dass ich die "Ex" von Deinem Partner bin, falls Dir das irgendwie unangenehm ist und Du es deshalb nicht möchtest.

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  5. Der Beitrag der Ex vom Partner mag inhaltlich okay sein, doch ganz anonym hätte er besser gewirkt. So finde ich das ziemlich daneben... allerdings weiss ich auch nicht, in welchem Verhältnis ihr zueinander steht und ja, angehen tut mich das auch nix.

    Missy, der Psychodoc macht sich sein eigenes Bild. Die "Vordiagnose" zum sogenannten Ablauf steht der netten Dame da auch nicht zu. Es ist sogar bedenklich und zumindest fragwürdig, dir solche Flöhe ins Ohr zu setzen. In einem vorigen Post schreibst du, du brauchst eine Therapie. Eine Therapie wird dir ein Psychologe nicht geben. Besser du suchst dir einen Psychotherapeuten und der macht erst mal einige probatorische Termine aus, die tatsächlich dem Kennenlernen dienen.

    Es ist auch nicht so, dass Psychtherapeuten akute Lebenshilfe leisten. Für akute Fälle, also echte Sinnkrisen oä. gibts gute Beratungsstellen bei öffentlichen Trägern. Hier sitzen meist Pädagogen (für Erwachsene, keine Angst) mit etwas mehr Lebenserfahrung als du bei den Therapeuten erwarten kannst. Auf Wunsch anonym und immer kostenlos.

    Da gibts keine Medis, kein "aus dem Verkehr" ziehen oder sonstigen Unsinn. Du stehst deinen Alltag durch (denke ich) und bist auch ganz sicher keine Gefahr für deine Umwelt oder für dich. Allein die Wortwahl "aus dem Verkehr" ziehen ist schon unglücklich gewählt.

    Die Psychotherapie gehört in vielen Ländern schon zum guten Ton... das wird hier im Lande nicht passieren, doch schaden wird sie dir nicht. Ganz im Gegenteil: es ist gut, dass du etwas für dich tun magst. Bravo, denn damit bist du einen großen Schritt weiter, als sehr viele deiner Mitmenschen. Und du wirst schnell merken, ob der Therapeut zu dir passt und falls nicht, geh zum nächsten. Nicht vergessen: der muss zu DIR passen, nicht DU zu ihm!

    Und denk' mal ernsthaft über eine nette Kur nach.

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  6. Wenn man krank ist, geht man zum Arzt. Bei Blinddarm, Grippe, Beinbruch, Depressionen. Alles "normale" Krankheiten, die ein Arzt behandeln muss, wo man professionelle Hilfe beanspruchen muss. Für Dich sicherlich eine Überwindung, aber nix, wofür man sich schämen muss. Im Gegenteil, kannste stolz drauf sein!

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  7. Wow, wenn ich das hier so lese... Das gibt sicherlich Rückhalt.

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  8. Im Prinzip wollte ich mich hier aus der Diskussion raushalten, da ich das ja auch gut alles "ins Gesicht" sagen kann. Das Problem ist doch eigentlich eher, dass so "ein Termin beim Facharzt" gesellschaftlich immer noch einem Licht steht, in das er eigentlich nicht gehört.

    Ich finde, es gehört schon eine Menge dazu sich selbst einzugestehen, dass etwas im Leben nicht wirklich rund läuft. Dann die vielleicht helfenden Schritte einzuleiten statt die Augen zu verschließen und auf ein Wunder zu hoffen ist sicher nicht einfach, aber ebenso mutig wie der es auch der erste Schritt in eine bessere Zukunft ist.

    Ich denke es hilft einfach extrem zu wissen, dass man nicht der einzige Mensch auf diesem Planeten ist, der so etwas mit sich herum trägt. Und das ist eben genauso wenig "nicht normal" wie eine Grippe oder ähnliches. Es betrifft letztlich nur einen Arzt einer anderen Fachrichtung.

    Dazu kommt, dass in den klassischen Medien auch immer noch ein verzerrtes bzw. falsches Bild der Realität gezeigt wird. Da wird sich auf eine Couch gelegt und das innerste nach außen gekrempelt. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich nur sagen: Mit der Realität hat das nicht wirklich viel zu tun. Ich empfand es immer als sehr hilfreich, sich mit einer prinzipiell fremden, aber doch irgendwie vertrauten Person auszutauschen. Und da fiel sehr schnell jegliche Angst und Zweifel von mir ab.

    Missy, an dich direkt: Mir ist klar, dass du da viel Angst hast, aber du weißt auch, dass du nicht allein bist. Es gibt immer noch Leute, die dich stützen und an deiner Seite stehen.

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